BARFen leicht gemacht: weiße Sprechblase

Der Nährstoffbedarf richtet sich in erster Linie nach dem Körpergewicht, ist aber ebenso wie der Energiebedarf immer individuell für jeden Hund zu bestimmen.

Was braucht mein Hund an Nährstoffen?

Genau wie wir Menschen braucht der Hund unterschiedliche Nährstoffe und Wasser, um seine Vitalfunktionen zu erhalten. Einige davon stellt der Organismus selbst her, andere,sogenannte essenzielle Nährstoffe, muss der Hund über die Nahrung aufnehmen. Man unterteilt die Nährstoffe in:

  • Makronährstoffe (Proteine, Fette, Kohlenhydrate)

  • Mikronährstoffe (Mineralstoffe: Mengen- und Spurenelemente; Vitamine)

Die Nährstoffe kurz erklärt

Proteine, Fette und Kohlenhydratekennt wohl jeder von uns. Doch was genau hat es damit auf sich? Um zu verstehen, welcher Nährstoff für welche Funktionen im Hundeorganismus zuständig ist, erläutern wir Ihnen die wichtigsten im Allgemeinen.

Eiweiß (Protein)

Eiweiß besteht aus rund 20 verschiedenen Aminosäuren, wovon für unsere Hunde etwa zehn essenziell sind. Diese Eiweiße tragen zur Bildung von Strukturproteinen bei, die dafür sorgen, dass Körpergewebe wie Muskulatur, Bindegewebe sowie Haut und Haar sich ständig erneuern. Auch für die Herstellung von Funktionsproteinen ist Eiweiß wichtig, dazu zählen beispielsweise Antikörper für das Immunsystem, Enzyme und Hormone.

Tierisch wissenswert: Tierische Eiweiße sind in der Regel hochwertiger als pflanzliche – Soja ausgenommen.

Fette (Lipide)

Fette sind Verbindungen aus Glyzerin und einzelnen Fettsäuren. Man unterscheidet:

  • Gesättigte Fettsäuren: nicht essenziellePalmitinsäure, z. B. in Rindertalg enthalten

  • Einfach ungesättigte Fettsäuren: nicht essenziellesOmega 9 (Ölsäure), z. B. in Olivenöl enthalten

  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren:essenziellesOmega 6 (Linolsäure), z. B. in Sonnenblumenöl enthalten; essenzielles Omega 3 (α-Linolensäure), z. B. in Leinöl enthalten

Für den Hund lebensnotwendig sind demnach die Omega-6-Fettsäure, die der Körper aus Linolsäure bildet,und die Omega-3-Fettsäure, gebildet aus α-Linolensäure.

Linolsäure spielt eine wichtige Rolle für Haut und Fell. So ist sie mit verantwortlich für den Fellglanz. Ist das Fell Ihres Lieblings matt und stumpf, kann das auf einen Linolsäure-Mangel hinweisen.

Aus α-Linolensäure stellt der Hundekörper die Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) her. Diese sind essenziell für ein funktionierendes Nervensystem, für die Erhaltungder Netzhaut und unterstützen beispielsweise die Heilung von Entzündungsprozessen.

Tierisch wissenswert:Bei einer bevorstehenden OP kann es unter Umständen gut sein, Ihren Hund zusätzlich mit Omega-3-Fettsäuren zu versorgen – zum Beispiel mit Lachsöl. Fragen Sie hierzu Ihren Tierarzt.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate setzen sich aus komplexen Verbindungen von Zuckermolekülen zusammen. Man unterscheidet zwischen Einfach-(Mono-), Zweifach-(Di-) und Mehrfachzuckern (Polysacchariden). Glukose, Fruktose und Galaktose sind Beispiele für Einfachzucker, Stärke ist ein besonders bekannter Mehrfachzucker und in Kartoffeln und Getreide enthalten. Kohlenhydrate stellen dem Hund schnell Energie zur Verfügung. Bei gesunden Hunden sind sie nicht essenziell. Es gibt aber Tiere, für die der Energielieferant sinnvoll sein kann – zum Beispiel für Rennhunde oder für Hunde mit Krankheitsbildern wie einer geschädigten Leber.

Faserstoffe (Ballaststoffe und Präbiotika)

Als unverdauliche Bestandteile der Nahrung sind Ballaststoffe sogenannte Gerüstsubstanzen. Dazu gehören Zellulosen, Hemizellulosen und Pektine. Strukturell ähneln sich Stärke und Ballaststoffe, die Zuckermoleküle sind bei Fasern nur anders verbunden. Beim Faserabbau (der Fermentation) wird Energie freigegeben. Und darin unterscheidet sich auch deren Funktion: Schnell fermentierbare Fasern wie u. a. Pektin, MOS und FOS sind wichtig für die Darmbakterien beim Hund, langsam fermentierbare Fasern wie Zellulose regulieren die Darmtätigkeit maßgeblich mit und steuern so auch die Kotqualität.

Vitamine

Es gibt zahlreiche Vitamine, die essenziell für die Funktion von vielen Körperfunktionen und Stoffwechselprozessen sind. Man unterscheidet zwischen fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) und wasserlöslichen Vitaminen (C, B). Während der Hundekörper fettlösliche Vitamine speichert, scheidet er wasserlösliche mit dem Urin wieder aus.

Vitamin A (Retinol) ist beispielsweise wichtig für die Synthese von Eiweiß und trägt zur Infektionsabwehr bei. Für die Aufnahme von Calcium und Phosphor ist Vitamin D nötig. Beide Vitamine aber nur in Maßen füttern!

Tierisch wissenswert: Füttern Sie Ihrem Hund zu viel fettlösliche Vitamine A und D, kann es zu einer gefährlichen Überversorgung kommen. Ein Zuviel an wasserlöslichen Vitaminen ist dagegen unbedenklich.

Hunde sind im Gegensatz zu uns Menschen in der Lage, Vitamin C selbst herzustellen. Ein gesunder Hund benötigt also in der Regel keinen Zusatz des Vitamins.

B-Vitamine sind als Coenzyme am sogenannten Intermediärstoffwechsel der Zelle beteiligt. Kommt es zu einer Störung der Stoffwechselprozesse, kann das schwerwiegende Folgen haben und Krankheiten begünstigten. Beispielsweise kann eine längere Unterversorgung mit Vitamin B12 in Blutarmut und Leberverfettung enden1. Das ist jedoch nur ganz selten der Fall.

Mineralstoffe (Mengenelemente) und Spurenelemente

Der Begriff Mineralstoffe bezeichnet die Mengen- sowie die Spurenelemente, wird allerdingshäufig synonym für die Mengenelemente genutzt. Gemeinsam sind sie unverzichtbar für zahlreiche Körperfunktionen.

Zu den Mineralstoffen zählen Calcium, Phosphor, Magnesium, Kalium, Natrium und Chlorid. Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Jod und Selen sind essenzielle Spurenelemente für den Hund. Sie haben unter anderem folgende Aufgaben im Hundekörper:

Mineralstoffe (Mengenelemente) Spurenelemente

Calcium – für Knochen, Blutgerinnung, Muskelkonzentration

Eisen – für Blutbildung

Phosphor – für Knochen und Energiestoffwechsel

Kupfer – für Bindegewebe, Blutbildung, Haut und Fell

Magnesium – für Stoffwechsel, Nervensystem, Muskulatur

Zink – für Immunsystem, Wundheilung, Haut und Fell

Kalium – für Enzymaktivierung, Flüssigkeitshaushalt

Mangan – für Enzymfunktionen und Gelenke

Natrium/Chlorid – für Säure-Basen-Balance, Reizerweiterung, Flüssigkeitshaushalt

Jod – für Energiestoffwechsel, Schilddrüsenfunktion

 

Selen – als Radikalfänger (Antioxidans)


Was beeinflusst den Nährstoffbedarf?

Bei gesunden, ausgewachsenen Hunden orientiert sich der Bedarf an Nährstoffen hauptsächlich am Körpergewicht – allerdings am metabolischen Körpergewicht.

  • Die Formel dafür ist: Körpergewicht potenziert mit 0,75. Entscheidend ist das Ideal- und nicht aktuelle Gewicht.

  • Ein Rechenbeispiel für einen 15 Kilogramm schweren Hund: 150,75 = 7,62 kg

Im Gegensatz zum Energiebedarf hat der Aktivitätsgrad keinen Einfluss auf den Bedarf an Nährstoffen von ausgewachsenen Hunden – Ausnahmen sind bestimmte Leistungsphasen im Hundeleben, etwa Welpen, Senioren oder trächtige Hündinnen.

 

 

Nährstoffe Einheit Bedarf pro kg*
Eiweiß g 5,5
Fettsäuren  
Linolsäure mg 360
α-Linolensäure mg 14
EPA mg 15 - 18
DHA mg 12 - 15
Mineralstoffe  
Calcium mg 130
Phoshor mg 100
Magnesium mg 20
Natrium mg 26
Kalium mg 140
Spurenelemente  
Eisen mg 1
Kupfer mg 0,2
Zink mg 2
Mangan mg 0,16
Jod μg 30
Vitamine*  
A IE 167
D IE 18
E mg 1**
B1 mg 0,074
B2 mg 0,17
B6 mg 0,05
B12 μg 1,15
Niacin mg 0,57
Pantothen mg 0,49
Folsäure μg 8,9

*für einen gesunden, ausgewachsenen Hund.


Der Energiebedarf ausgewachsener Hunde

Bei Hunden ist der Bedarf an Energie sehr unterschiedlich. Zu den größten Einflussfaktoren zählen das Alter, die Rasse, der Aktivitätsgrad und der Gesundheitszustand. Zur Berechnung des Energiebedarfs zieht man ebenfalls das metabolische Körpergewicht hinzu.

Der durchschnittliche Energiebedarf berechnet sich wie folgt:

  • ausgewachsene, normal aktive Hunde = 95 kcal/kg Körpergewicht hoch 0,75
  • ausgewachsene, sehr aktive Hunde = 110–130 kcal/kg Körpergewicht hoch 0,75
  • Hunde mit wenig Bewegung/Senioren =80 kcal/kg Körpergewicht hoch 0,75

Maßgeblich ist auch hier das Idealgewicht Ihres Hundes.

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Quelle:
  1. Fritz, J. (2015): Hunde barfen – Alles über Rohfütterung, Ulmer Verlag, Stuttgart
  2. Kamphues, J. et al. (2014): Supplemente zu Vorlesungen und Übungen in der Tierernährung. 12. Auflage, M&H Schaper, Hannover; National Research Council (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats. Washington, DC: The National Academies Press.

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