BARFen leicht gemacht: weiße Sprechblase

Für eine ausgewogene BARF-Mahlzeit sind verschiedene Lebensmittel essenziell – auch Zusätze können unter Umständen sinnvoll sein.

Welches Fleisch ist beim BARFen für Hunde gut?

Ganz gleich, ob Rind, Wild oder Geflügel: Theoretisch können Sie jede beliebige Fleischsorte verfüttern – bis auf rohes Schweinefleisch. Hier können Aujeszky-Viren enthalten sein, die für Ihren Liebling tödliche Infektionen hervorrufen können.

Fleisch enthält zwischen 15 und 23 Prozent hochwertiges Eiweiß und eine für den Hund ideale Aminosäurenzusammensetzung. Mit der geeigneten Menge an rotem Fleisch kann der Hund seinen Tagesbedarf an Eiweiß, Phosphor und Eisendecken.

Abwechslung ist hier eine Geschmacksfrage: Fleischsorten mit einem ähnlichen Fettgehalt unterscheiden sich bezüglich des Nährstoffgehalts kaum. Hier haben Sie also die freie Wahl. Ihrem Vierbeiner macht es übrigens nichts aus, öfters die gleiche Fleischsorte zu fressen.

Tierisch wissenswert: Fleisch ist grundsätzlich sehr gut verdaubar für den Hundeorganismus – ausgenommen von sehr sehnigem Fleisch. Der hier enthaltene höhere Kollagengehalt senkt die Verdaulichkeit.

Sollte ich Knochen füttern?

Knochen liefern Ihrem Hund ebenfalls Phosphor sowie Calcium, Magnesium, Natrium und Zink. Phosphor und Calcium sind dabei sehr unterschiedlich hoch enthalten:

  • 100 g Hühnerflügel beinhalten 1490 mg Calcium und 820 mg Phosphor,

  • während 100 g Kalbsbrustknochen 2900 mg Calcium und 1380 mg Phosphor liefern.

Die Gehalte sind je nach Art und Alter der Ursprungstiere sehr unterschiedlich. Ganze Knochen eignen sich gut zur mechanischen Zahnreinigung Ihres Hundes oder einfach zum bloßen Kauvergnügen. Dabei sollte der Knochen weder zu groß noch zu klein sein. Auch sollten sie nicht von zu alten Tieren stammen. Gute Kauknochen sind beispielsweise die folgenden:

  • Knochen von Jungtieren bspw. von Lämmern, Kälbern oder Mastrindern

  • generell Rippen und Brustbein

  • Ochsenschwanz

  • Geflügelhälse (besonders für Welpen und ältere Hunde)

Wenn Sie Knochen füttern, sollte dies unbedingt unter Aufsicht geschehen. Denn die Knochengabe ist keineswegs frei von Gefahren:

  • Sehr feste Knochen verursachen unter Umständen Zahnfrakturen.

  • Zu viele Knochen können zu sogenanntem Knochenkot und Verstopfungen führen.

  • Frisst der Hund besonders hastig und verschlingt große Knochenstücke, können diese im Hals oder Magen-Darm-Trakt stecken bleiben.

  • Wenn Knochen splittern, verursachen sie womöglich innere Verletzungen. Daher bitte immer nur rohe Knochen verfüttern!

Als Alternative zu ganzen Knochen, eignen sich Knochenmehle, deren Mineralstoffgehalte sich nicht vom ganzen Knochen unterscheiden. Je kleiner die Knochen gemahlen sind, desto besser kann Ihr Hund die Nährstoffe aufnehmen. Deshalb eignet sich besonders Knochenmehl sehr gut zur Ergänzung der BARF-Ration. Weitere Calciumlieferanten, die jedoch kaum/kein Phosphor liefern, sind (gemahlene) Eierschalen, Algenkalk oder auch Mineralstoffquellen wie Calciumcarbonat oder Calciumcitrat.

Warum sind Innereien beim BARFen so wertvoll?

Innereien bieten eine Ergänzung zur Fleischration im BARF-Napf. Einerseits schmecken sie vielen Hunden sehr gut (beispielsweise Blättermagen und Pansen), außerdem enthalten Sie Nährstoffe und Mineralien, die bei einer reinen Fleischfütterung fehlen würden. Kollagenhaltigere Innereien wie Pansen, Blättermagen, Lunge und Euter fordern allerdings die Verdauung Ihres Hundes heraus – das kann schnell zu Blähungen führen. Dafür ist der Ballaststoffgehalt hier erhöht. Herz und Geflügelmägen sind dagegen reines hochwertiges Muskelfleisch. Sie eignen sich aufgrund ihrer hohen Verdaulichkeit für die tägliche Fütterung und punkten mit einem hohen Nährstoffgehalt.

Besonders nährstoffreich sind Leber und Niere: Diese Innereien BARFen Sie idealerweise mehrmals pro Woche, denn sie sind fettarm (weniger als 5 Prozent) und enthalten rund 20 Prozent Eiweiß. Leber enthält jede Menge Vitamin A: 0,5 g bis 1 g Leber pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes decken bereits den Tagesbedarf an Vitamin A.

Achtung: Kehlkopf, Luftröhre und Schlund sollten Sie eher nicht verfüttern! Hier können Schilddrüsenhormone enthalten sein, die der Hund durch das Fressen mit aufnimmt. Leber birgt zudem die Gefahr einer Vitamin-A-Überversorgung.

BARFen: Was für Gemüse gehört in den Napf?

Blattreiche Gemüsesorten sind eine exzellente Ballaststoffquelle und enthalten außerdem kaum Kalorien – perfekt um Fleisch und Co. zu ergänzen. Dafür würfeln oder raspeln Sie zum BARFen das Gemüse einfach, damit der Hund es besonders gut fressen kann.

Ausnahmen sind Nachtschattengewächse wie Aubergine oder Kartoffel: Diese sollten unbedingt vor dem Verfüttern gekocht werden. Achten Sie bei Paprika und Tomate darauf, dass sie komplett ausgereift sind.

Wie sieht es mit Eiern und Milchprodukten aus?

Milchprodukte schmecken vielen Tieren nicht nur sehr gut, sie können auch auch durch die enthaltenen Milchsäurebakterien die Darmflora Ihres Hundes verbessern. Achten Sie allerdings auf einen geringen Laktosegehalt – gut geeignet sind beispielsweise körniger Frischkäse, Joghurt oder Schmand.

Auch Eier eignen sich als BARF-Bestandteil. Sie sollten jedoch vorwiegend gekocht gefüttert werden. Das liegt an den im rohen Ei enthaltenen Trypsinhemmstoff und Avidin. Diese beiden Stoffe haben antinutritive Eigenschaften – sie beeinflussen also die Nährstoffaufnahme. Diese werden erst beim Erhitzen unschädlich gemacht.  Eierschalen enthalten sehr viel Calcium. Entweder Sie verfüttern sie klein gemahlen oder lassen Ihren Hund hin und wieder selbst ein gekochtes Ei „knacken“. Eigelb enthält außerdem Linolsäure – perfekt für ein glänzendes Fell. Füttern Sie dafür ein bis zwei rohe Eigelbe pro Woche.

Sollte ich meinem Hund auch Fisch füttern?

Fisch enthält wichtige Omega-3-Fettsäuren und ist eine gute Jodquelle. Dabei kommt es jedoch auf die Herkunft des Fisches an, denn durch die unterschiedliche Ernährung von Süß- und Salzwasserfischen sowie Zuchtfischen unterscheiden sich auch die Nährstoffanteile im Fisch. Wenn Sie keinen ganzen Fisch verfüttern möchten, ist Lachsöl generell ein guter Zusatz beim BARFen.

Welches Öl ist beim BARFen für den Hund wertvoll?

Täglich gehört ca. ein Gramm Öl pro Kilogramm Körpergewicht in die BARF-Ration Ihres Hundes. Omega-3-Fettsäuren sind in Fisch- und Leinöl enthalten. Gerade chronisch kranke und alte Hunde profitieren davon.

Tierisch wissenswert: Jedes Öl hat eine andere Zusammensetzung an Fettsäuren. Daher ist es wichtig, den Bedarf des Tieres und die Zusammensetzung des Öls zu kennen oder die Öle häufig abzuwechseln. Olivenöl und Kokosfett sind zwar nicht giftig für den Hund, aber sie enthalten viel zu wenig essentielle Fettsäuren und sind somit nur Energielieferanten. Argan- und Schwarzkümmelöl können nur in sehr kleinen Mengen eingesetzt werden und tragen daher nicht zur Fettsäurenversorgung bei.

Besonders gut geeignet sind an pflanzlichen Ölen1 unter anderem:

  • Borretschöl

  • Distelöl

  • Hanföl

  • Leinöl

  • Maiskeimöl

  • Nachtkerzenöl

  • Rapsöl

  • Sojaöl

  • Sonnenblumenöl

  • Walnussöl

  • Weizenkeimöl

Welche Zusätze bekommt der Hund beim BARFen?

Generell stellt die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Eiweiß, Phosphor, Natrium, Kalium und Eisen im Rahmen einer ausgewogenen Hundeernährung kein Problem dar. Bei gesunden und ausgewachsenen Hunden gelten Seealgen als zusätzlicher natürlicher Jodlieferant. Bierhefe regt den Appetit an und ist reich an wasserlösli­chen B-Vitaminen – außer B12. Von PREMIERE Raw Kitchen erhalten Sie für das einfache Baukastensystem einen Vitamin- und Mineralstoffmix, der wichtige Nährstoffe als Zusätze enthält.

Bei entzündlichen Gelenkbeschwerden wie Arthrose ist das Muschelfleisch der Grünlippmuschel bewiesenermaßen eine gute natürliche Ergänzung.

Wichtig ist hierbei die Zusammensetzung des Futters. Wenn Sie bereits Leber füttern, sollten Sie nicht noch ein mit Vitamin-A angereichertes Mineralstoffpulver geben. Oder wenn Sie jodhaltigen Fisch verabreichen, supplementieren Sie besser keine Seealgen.

Bevor Sie Ihrem Hund allerdings Zusätze füttern, sollten Sie einen tierärztlichen Ernährungsberater oder Tierernährungsberater aufsuchen. Er kann den genauen Bedarf Ihres Hundes feststellen. So vermeiden Sie eine Unter- oder Überversorgung und stellen eine gesunde Ernährung sicher.

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Quellen:
  1. Fritz, J. (2015): Hunde barfen – Alles über Rohfütterung, Ulmer Verlag, Stuttgart

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