BARFen leicht gemacht: weiße Sprechblase

BARF-Mahlzeiten sind gut verdaulich und verringerndie Kotmenge des Hundes. Führen Sie das neue Futter Schritt für Schritt ein und achten Sie auf die Kotqualität.

Bestimmung der Verdaulichkeit

Klassisches Trocken- und Dosenalleinfutter unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von frischen Zutaten. Einer der relevantesten Aspekte für die Fütterung Ihres Hundes ist die Verdaulichkeit. Sie beschreibt, welcher Anteil des Futters vom Darm resorbiert wird. Der Rest wird ausgeschieden. Rohes Fleisch hat beispielsweise eine Verdaulichkeit von 98 Prozent – lediglich zwei Prozent werden also als Kot ausgeschieden. Die durchschnittliche Verdaulichkeit von Dosen- und Trockenfutter liegt bei 85 Prozent. Das erklärt, warum Ihr Hund nach der vollständigen BARF-Umstellung je nach Mahlzeitzusammensetzung weniger Kot absetzt.

Steigern Sie die Verdaulichkeit des Futters beispielsweise um zehn Prozent, kann dies bereits eine Halbierung der Kotmenge zur Folge haben. Die wichtigsten Nahrungsmittel und ihre Verdaulichkeit finden Sie in der nachfolgenden Tabelle.

Einflussfaktoren auf die Verdaulichkeit

Über die Verdaulichkeit der organischen Futtermittel entscheiden hauptsächlich die Zusammensetzung und die Zubereitungsart.

1. Organische Zusammensetzung: Je niedriger der Anteil an Bindegewebe ist, desto leichter verdaulich ist das Futter. Deshalb sind Innereien, Knochen und Kauartikel mit einem hohen Anteil an Bindegewebe (wie Lunge oder Pansen) schwerer zu verdauen. Sie führen außerdem häufiger zu Blähungen. Auch stärkereiche Futtermittel, wenn sie nicht entsprechend aufgeschlossen wurden, oder Hundefutter mit hohem Ballaststoffgehalt sind weniger leicht verdaulich.

2. Zubereitungsart: Die Verdaulichkeit von Futtermitteln hängt ebenfalls von der Zubereitungsart ab. Hier kommt es jedoch auf den organischen Aufbau des Futters an: Ob Fleisch beispielsweise roh oder gekocht gefüttert wird, macht für die Verdaulichkeit keinen Unterschied. Bei stärkereichen Futtermitteln wie Getreide dagegen ist die Verdaulichkeit deutlich besser, je weiter die Verarbeitung fortgeschritten ist. Zurückzuführen ist dies auf den Verdauungstrakt des Hundes, der eben nicht darauf ausgelegt ist, pflanzliche Komponenten im Mund zu zermahlen. Der Pflanzenfresser hingegen kann mit seinem spezialisierten Gebiss die Nahrung zerkleinern und macht dadurch den Verdauungsenzymen den Weg frei. So macht es einen Unterschied, ob Ihr Hund Getreidekörner oder Getreideflocken frisst. Wieder andere Lebensmittel müssen erhitzt werden, um für den Hund überhaupt verdaubar zu sein – wie Kartoffeln und Reis.

3. Auch die Größe des Hundes kann einen Einfluss auf die Verdaulichkeit haben: Da größere Hunde in Relation zur Körpermasse einen eher kürzeren Darm haben, setzen sie öfter Kot ab – und dieser hat meist eine schlechtere Qualität. Achten Sie deshalb gerade bei größeren Hunderassen auf eine sehr gute Verdaulichkeit des Futters1.

Von Nass- oder Trockenfutter auf BARF umstellen: Napf für Napf!

Um den Magen der Vierbeiner nicht zu überfordern und langsam zu gewöhnen, damit sich die Verdauungsenzyme und die Darmflora dem neuen Futter anpassen können, sollte die Umstellung Schritt für Schritt geschehen. In der Regel dauert der Wechsel auf BARF eine Woche. Ist Ihr Hund schon etwas älter, dürfen es auch gerne zwei Wochen sein. Wie Sie schrittweise vorgehen, erfahren Sie im Beitrag „BARFen – unbedenklich umstellen“.

Kotqualität als Prüfsignal

Einen Hinweis darauf, wie gut Ihr Liebling die Futterumstellung verträgt, liefert der abgesetzte Kot:

  • Wenn die Umstellung zu schnell erfolgt und die Verdauungsenzyme und/oder die Darmflora sich nicht schnell genug anpassen konnten, reagieren die Tiere meist mit weicherem Kot oder auch Durchfall.

  • Ist der Kot übel riechend und schmierig, muss vermutlich die Fleischmenge reduziert werden. Um den Energiebedarf des Tieres weiterhin zu decken, sollte entweder der Fett- oder der Kohlenhydratgehalt erhöht werden.Sandiger Kot dagegen weist auf einen zu hohen Knochenanteil im BARF-Mix hin – diesen reduzieren Sie am besten.

Tierisch wissenswert: Der Kot sagt nichts über die Nährstoffversorgung des Tieres aus. Darüber hinaus ist eine geringere Kotmenge nicht automatisch ein Anzeichen für die perfekte Ernährung. Sie kann auch einfach aus zu wenig Futter resultieren.

Außerdem: Rohfaser im Futter erhöht zwar das Kotvolumen, unterstützt aber gleichzeitig die Verdauung. Das Verhalten Ihres Hundes und weitere Vitalwerte sollten Sie deshalb immer im Blick behalten.

Gut verdaulich und perfekt für Einsteiger

Gute Verdaulichkeit, einfache Rationsgestaltung und eine sichere Nährstoffversorgung: Mit dem Baukastensystem von PREMIERE Raw Kitchen gelingt Ihnen das auch als BARF-Anfänger bei Ihrem gesunden und ausgewachsenen Hund. Dank der einzelnen Bausteine können Sie problemlos Schritt für Schritt umsteigen. Welche Bedürfnisse Ihr Hund an seinen individuellen BARF-Mix hat, berechnen Sie einfach mit dem BARF-Rechner.

Quellen:
  1. Fritz, J. (2015): Hunde barfen – Alles über Rohfütterung, Ulmer Verlag, Stuttgart
Futtermittel Verdaulichkeit in Prozent
 Frisches Fleisch  98 %
 Fleischmehl  90 %
 Frische Innereien (Leber, Lunge)  95 %
 Pansen  93 %
 Sehnen, Knorpel  90-95 %
 Eiklar, roh  50-70 %
 Eiklar, gekocht  90 %
 Quark  85 %
 Milch  95 %
 Sojaextraktionsschrot  82-84 %
 Sojaproteinisolat  94 %
 Erbsen  85 %
 Gemüse (Kohl, Spinat)

 63 %


Quelle: Meyer, H.; Zentek, J.(2013): Ernährung des Hundes. 7. Aufl., Enke Verlag

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